Schlauchmagen

Schlauchmagen

Die Schlauchmagenbildung ist eine operative Therapie der schweren Adipositas. Nach der operativen Magenverkleinerung, bei der 85–90 % des Magens entfernt werden, bleibt nur ein schlauchförmiger Teil des Magens erhalten. Entfernt wird auch derjenige Teil, der das Hormon Ghrelin bildet, welches mitverantwortlich für die Entstehung des Hungergefühls ist.


Für wen eignet sich eine Schlauchmagen-OP / Magenverkleinerung?

  • Patienten mit einem BMI ab ca. 40, die mit gängigen Methoden (Diät, Sport, Medikamente) keine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen konnten. Patient mit grundlegenden Essstörungen und sogenannte „Sweet Eater“, die sich überwiegend zuckerhaltig ernähren, sind für diese Methode nicht geeignet.
  • Patienten mit einem BMI zwischen 35 und 40, bei denen die Adipositas ernste Begleiterkrankungen (Stoffwechselerkrankungen, Herz-/Kreislaufprobleme oder Gelenkbeschwerden) verursacht.


Ablauf der Magenverkleinerung / Schlauchmagen-OP


Unter Vollnarkose werden minimalinvasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) 85–90 % des Magens entfernt, der Restmagen wird zu einem Schlauch umgeformt. Die Operation dauert ca. 1–1,5 Stunden; danach sollte der Patient zur Beobachtung noch 5–6 Tage auf der Station verbleiben.


Komplikationen und Risiken


Die Komplikationsrate bei der Schlauchmagen-OP ist mit 5–10 % deutlich höher als beim Magenband. Undichtigkeiten der Naht am Magen versucht man, laparoskopisch oder in einer offenen Operation neu zu vernähen. Nur wenn dies nicht gelingt, muss der Schlauchmagen ganz entfernt werden.


Ein Fehlverhalten (Diätfehler, extrem süßes Essen etc.) des Patienten kann zur Ausdehnung des Schlauchmagens und erneuter Gewichtszunahme führen. Dann kann es z. B. sinnvoll sein, eine Magenbypass-Operation anzuschließen.


Verhaltenshinweise und Erfolgsquote


Nach den ersten Wochen mit ausschließlich breiigen und flüssigen Speisen wird – möglichst unter Aufsicht unserer Ernährungsberatung – langsam auf leichte Kost umgestellt. Vitaminmangelerscheinungen sind nach der Magenverkleinerung nicht zu erwarten.


Die meisten Patienten verlieren innerhalb von 2 Jahren nach der Magenverkleinerung 60–70 % ihres Übergewichts. Die Einhaltung des Basisprogramms unterstützt den Erfolg maßgeblich.