Magenbypass
Der Magenbypass ist der umfangreichste Eingriff in der Adipositas-Chirurgie. Durch die künstliche Verkürzung der Nahrungspassage wird weniger Nahrung verdaut und somit die Kalorienzufuhr reduziert. Die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse werden umgeleitet; deshalb wird weniger Fett aus dem Darm aufgenommen.
Für wen eignet sich der Magenbypass?
- Patienten mit einem BMI zwischen 40 und 60, die mit keiner anderen Methode dauerhaft abnehmen konnten
- Patienten, deren Adipositas vor allem durch hochkalorische Fehlernährung (extrem viele süße Nahrungsmittel, fettreiche Speisen) bedingt ist
Ablauf der Magenbypass-Operation
In Vollnarkose wird der Magen im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) knapp unterhalb des Mageneingangs abgetrennt, sodass nur ein kleines Rest-Magenstück mit 15–20 ml Volumen bestehen bleibt. Der größere Magenteil wird zusammen mit dem Zwölffingerdarm, der die Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäfte aufnimmt, ca. 50 cvm hinter diesem abgetrennt (biliopankreatischer Schenkel). Der kleine Restmagen wird mit dem verbleibenden Dünndarm verbunden (alimentärer Schenkel); so bleibt die Passage des Speisebreis ungestört, ist aber extrem verkürzt. Der biliopankreatische Schenkel wird etwa 100 cm hinter der neuen Dünndarm-Magen-Verbindung seitlich in den Dünndarm geleitet und lenkt so die Verdauungssäfte erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Darm.
Die Fettverdauung wird so um 40 % reduziert.
Die Magenbypass-Operation dauert ca. 1,5–2 Stunden, der darauf folgende Klinikaufenthalt mindestens 5–7 Tage.
Komplikationen und Risiken
Im Vergleich zum Magenband und der Schlauchmagen-Operation ist die Komplikationsrate mit 10–20 % deutlich höher. Schwere Komplikationen, wie z. B. ein Nahtbruch, müssen sofort behoben werden – laparoskopisch oder auch in einer offenen Operation.
Weil bei einer Magenbypass-Operation der Verdauungstrakt bleibend verändert wird und weniger Vitamine und Spurenelemente aufgenommen werden, ist eine lebenslang eine medikamentöse Nahrungsergänzung notwendig.
Verhaltenshinweise und Erfolgsquote
Nach einer Magenbypass-Operation muss der Patient sich zwingend an die Diätvorschriften halten, anderenfalls muss er mit dem sogenannten Dumping-Syndrom rechnen: Schweißausbrüche, Erbrechen und Druckgefühl im Oberbauch. Sehr fette Speisen können außerdem zu Fettstühlen, Blähungen und Durchfall führen.
Die massiven Veränderungen des Verdauungstrakts durch den Magenbypass führen zur zuverlässigen Gewichtsabnahme von 60–75 % des Übergewichts innerhalb der ersten 2 Jahre.
Besonders wichtig sind hier die Motivation des Patienten und die Einhaltung unseres Basisprogramms.




