Magenband (gastric banding)
Das Magenband teilt den Magen in einen kleinen Vormagen („pouch“) und den Restmagen. Der Vormagen fasst nur 20–30 ml und ist damit schnell voll, deshalb verspürt der Patient beim Essen sehr rasch ein Sättigungsgefühl. Die Nahrung wandert dann langsam durch die enge Öffnung („Stoma“) in den Restmagen weiter, wo sie weiter verdaut wird.
Beim Magenband kann es zu keinerlei Vitamin-Mangelerscheinungen kommen, da die Nahrung normal verwertet wird.
Für wen eignet sich das Magenband?
- Patienten mit einem BMI ab ca. 30, die mit gängigen Methoden (Diät, Sport, Medikamente) keine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen konnten
Das Einsetzen des Magenbands
Im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) unter Vollnarkose wird das Magenband, ein ringförmiger, weicher Silikonschlauch, ein Stück unterhalb des Mageneingangs angelegt. Der minimalinvasive Eingriff dauert ca. 45–60 Minuten.
Ein Schlauch verbindet das Magenband mit einem sogenannten Port, der unter der Haut über dem Bauchmuskel implantiert wird. Über diesen Port wird das Magenband nach dem Eingriff mit Flüssigkeit gefüllt. So wird über den Druck, den das Magenband ausübt, die Weite des Stomas individuell „von außen“ reguliert. Daher spricht man auch vom steuerbaren Magenband oder „laparoscopic adjustable gastric banding“ (LAGB).
Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von 2–3 Tagen sinnvoll.
Das Magenband sollte ein Leben lang im Körper verbleiben, um eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu gewährleisten.
Komplikationen und Risiken
Neben einem geringen Narkoserisiko bestehen beim Magenband Risiken, die durch ein vernünftiges Essverhalten weitgehend ausgeschlossen werden können. Wird etwa zu viel Nahrung aufgenommen oder ist die Öffnung des Magenbandes zu eng eingestellt, kann sich der Vormagen zu weit ausdehnen („pouch dilatation“). In sehr seltenen Fällen kann es zur Magenband-Umstülpung kommen, dann muss das Magenband neu platziert werden.
Ungenügend gekaute oder zu ballaststoffhaltige Nahrung kann zu einem Verschluss des Stomas führen.
Magenband- oder Port-Infektionen sind möglich, insgesamt aber sehr selten; sie können mit Medikamenten gut behandelt werden.
Verhaltenshinweise und Erfolgsquote
Nach dem Einsetzen eines Magenbandes verlieren die Patienten in der Regel innerhalb von 3 Jahren 50–70 % ihres Übergewichts. Auch beim Magenband ist die persönliche Motivation entscheidend. Zwar „erzwingt“ das Magenband eine Umstellung des Essverhaltens, doch ist auch hier begleitend ein individuelles Basisprogramm zu empfehlen.




